Beschreibung und Geschichte

Der Name Tamaskan ist indianisch und bedeutet mächtiger oder starker Wolf.

Aussehen

Der Tamaskan ist ein großer Hund mit wachem Blick und intelligentem Geist.

Seine Körperproportionen, Form und Bewegung ähneln denen eines Wolfes in Balance, Beweglichkeit und Ausdauer.
Frei, anmutig, leichtfüßig und sehr schnell bewegt der Tamaskan seinen gut gewachsenen Körper mit aufgerichteten Ohren und langer buschiger Rute.
Mit seiner Haltung vermittelt er Würde und Stolz.
Seine Augen zeugen von Neugier und geistiger Aufmerksamkeit, sein Körper zeigt die Bereitschaft für körperliche Aktivität.
Ideale Widerristhöhe: Rüde: 63,5–ca.74 cm / Hündin: 61–71 cm
Idealgewicht: Rüde: 32–50 kg / Hündin: 25–41 kg

Das wetterbeständige Fell des Tamaskan ist gerade und mittellang. Das Deckfell ist von etwas gröberer Struktur als die weiche Unterwolle. Je nach Schwankung des Klimas variiert die Menge der flauschigen Unterwolle.
Die Halskrause ist bei Rüden meist ausgeprägter als bei Hündinnen.
Die gewünschten Fellfarben beim Tamaskan sind wolfsgrau, rot-grau und schwarz-grau.
Charakteristisch ist die Gesichtsmaske, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Die mandelförmigen Augen sind mittelgroß und weisen eine schwarze Pigmentierung an den Augenrändern auf. Die Augenfarbe reicht von goldgelb über bernsteinfarben bis hin zu braun.

Die Nase sollte schwarz und größer als die Augen sein. Bei manchen Tamaskanen weist die Nase im Winter hellere Streifen auf, die sogenannte Schneenase.

Die Lippen sind schwarz und enganliegend. Der Tamaskan sollte also keine hängenden Lefzen aufweisen.
Das vollständige Scherengebiss weist 42 starke weiße Zähne auf.

Die Rute ist tief angesetzt, gerade und voll. Sie hat die Form ähnlich einer Flaschenbürste und reicht idealerweise bis zum Sprunggelenk, jedoch nicht darüber hinaus.
In der Ruhe sollte die Rute nach unten gehalten werden und gerade sein. In der Bewegung oder bei Aufregung kann sie aufrecht getragen werden.

Temperament

Der Tamaskan ist ein intelligenter, aufmerksamer und aktiver Familienhund mit einem freundlichen und aufgeschlossenen Wesen.
Seine anfängliche Skepsis in neuen Situationen und Begegnungen legt er meist schnell ab.
Gerne zeigt der Tamaskan eine gewisse Eigenständigkeit in seinem Denken und Handeln, er eignet sich jedoch nicht als Wachhund.
Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und Eifer zu Lernen machen ihn zu einem angenehmen Begleiter.
Nach ausgiebigem Spaziergang oder anderen Aktivitäten nimmt er sich, dem Wolf ähnlich, eine ausgedehnte Ruhepause.

Abhängig vom Charakter des Hundes und den Ambitionen seiner Halter ist Hundesport mit einem Tamaskan ebenso möglich wie Reitbegleitung oder die Ausbildung zum Therapiehund.

Wie jeder Welpe oder Junghund braucht auch ein Tamaskan eine liebevolle und konsequente Erziehung.

Als reifer Hund erweist sich ein gut erzogener Tamaskan durch Würde und sanfte Zurückhaltung als wundervoller Begleiter und kann fast überall hin mitgenommen werden.

Haltung

Ein Tamaskan braucht Nähe und Zugehörigkeit zu seinem (Menschen-) Rudel.
Er ist ein intelligenter Hund, der schnell lernt.
Seine Neugier und mitunter Eigensinn sind typisch.
Im Zusammenleben mit seinen Menschen braucht der Tamaskan Geduld und Beharrlichkeit.
Er ist in der Lage kleinste Stimmungsschwankungen wahrzunehmen und kann ein Vielfaches mehr an Veränderung in der Gesichtsmimik seiner Halter erkennen als die meisten Hunderassen.

Alleine Bleiben kann antrainiert werden, es kann aber auch sein, dass dies nicht gelingt. Idealerweise werden Tamaskane nur dann als Einzelhund gehalten, wenn 24/7 eine Bezugsperson anwesend ist.

Körperliche Auslastung in Form von aktivem Hundesport bis an die Grenzen ist nicht zwingend nötig, jedoch sollten längere Spaziergänge und Wanderungen dem Forscher- und Bewegungsdrang eines Tamaskans gerecht werden.

Viel wichtiger ist die geistige Auslastung durch Kopfarbeit mit Suchspielen, Gehorsamtraining und Basiskommunikation im Alltag.

Jagdtrieb kann vorhanden sein, er lässt sich jedoch kontrollieren, so dass auch der Freilauf ohne Leine mit etwas Training möglich ist.

Tamaskane heulen, wie andere nordische Rassen auch. Bellen ist weniger vorhanden und abhängig von der Erziehung und den Sozialkontakten mit anderen Hunden. Mit anderen Worten, der Tamaskan schaut auch hier von anderen Hunden ab und lernt.

Von Natur aus ist der Tamaskan kein Wachhund. Lebt er allerdings mit anderen wachsamen Hunden zusammen, kann er deren Verhaltensmerkmale übernehmen.

Wird der Tamaskan nicht seinen Bedürfnissen entsprechend gehalten, wird ihm schnell langweilig und er macht Unsinn. Das kann bedeuten, dass er die Wohnung eigenständig erforscht und umdekoriert.
Daher sind für mögliche Zeiten der Abwesenheit immer ein Plan B und C nötig.

Die Geschichte des Tamaskan

Der Tamaskan stammt ursprünglich aus Finnland.
Er wurde als Arbeits- und Familienhund gezüchtet, der im Aussehen dem Wolf glich.
Mit fünf solcher nordischer Hunden, welche als Huskytypen beschrieben wurden, begann die Idee der Tamaskanzucht.
Die fünf Hunde wurden nach Großbritannien importiert und dort mit weiteren Hunderassen, wie Sibirian Husky, Alaskan Malamute und Weisser Schäferhund gekreuzt.

Die entstandenen Welpen gingen zusammen mit ihrem Züchter zurück nach Finnland, um sie dort mit weiteren wolfsartig aussehenden Hunden zu kreuzen.

Aufgrund der begrenzten Blutlinien wurden danach ein Amerikanischer Wolfhund, ein Tschechoslowakischer Wolfhund und ein Saarloos Wolfhund eingekreuzt.

Im Sommer 2008 kam der erste Tamaskan, ein Rüde, nach Deutschland und im darauf folgenden Sommer 2009 folgte eine Tamaskanhündin.
Mit diesen beiden Hunden begann die Tamaskanzucht in Deutschland.

Aktuell gibt es weltweit etwa 1.000 Tamaskane, davon etwa 200 Tiere in Deutschland.

Um gesunde Hunde zu züchten braucht es frisches Blut in den Linien. Der Genpool ist nach wie vor klein. Viele Tiere sind zu eng miteinander verwandt, was unter anderem über sogenannte Outcross-Verpaarungen ausgeglichen wird.
Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der Rasse Tamaskan.

Zuchtziel ist es, den Tamaskan als Familien- und Begleithund zu züchten. Er sollte ein wölfisches Aussehen haben, jedoch mit möglichst wenig (unter 10%) oder keinem Wolfanteil.